So klingt die neue Single von RISE AGAINST!

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So klingt die neue Single von RISE AGAINST!

Endlich! Heute ist es soweit: Die US-Punks RISE AGAINST präsentieren im Laufe des Nachmittags/Abends den ersten Song aus ihrem kommenden Album „The Black Market“. Wir durften die Single „I Don’t Want To Be Here Anymore“ bereits anhören und waren erstaunt, wie vertraut uns der Song vorkam …

Weil wir ja sonst keine Probleme haben …

Sind wir uns ehrlich, selten hat eine Band so präzise ins Schwarze getroffen, wenn es um das kontinuierliche Besingen, Bekritteln und Anprangern der internationalen – aber vor allem amerikanischen – Politik und (damit verbundene) Missstände geht. Natürlich, weitere Beispiele gäbe es zur Genüge, man denke nur an die SEX PISTOLS („God Save The Queen“ aus „Never Mind The Bollocks“, 1977), DEAD KENNEDYS („California über alles“ aus „Fresh Fruit For Rotting Vegetables“, 1980), PROPAGANDHI („Resisting Tyrannical Government“ aus „Less Talk, More Rock“, 1996), ANTI-FLAG („Die For The Government“ aus selbig betiteltem Album, 1996), PENNYWISE („Fuck Authority“ aus „Land Of The Free?“, 2001) und und und. Die Liste ließe sich noch lange fortführen. Punk Is NOT Dead!

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Dennoch ist besonders die jüngere Generation immer weniger politisch interessiert, wie u. a. die Wahlbeteilungen der letzten großen „Meinungsbefragungen“ zeigen – Und hier sprechen wir vom geheiligten Land Österreich, wo wir eigentlich eh nur hausgemachte Probleme haben und froh sein dürfen, dass Themen wie Krankenversicherung, Ölkriege und Co. nicht zur Debatte stehen.

Weil es in der Branche sonst aber fad wäre – und man auch in unseren Breitengraden gewissen Zündstoff braucht –, gibt ernüchternde Schwafeleien wie den ewigen Ortstafelstreit, idiotische „Heerführer“ die vor lauter stupidem Rassismus in den Parteikampagnen gar nicht mehr wissen, ob sie ihre Hatz zuerst auf Facebook, Twitter oder doch lieber mit einem neuen Rap-Song starten sollen und ab und an neue EU-Spinnereien wie das Glühbirnenverbot oder die Gurkenkrümmungsrichtlinienverordnung. Zum Thema Energiesparlampe muss ich euch übrigens die Doku Bulb Fiction (ihr versteht die Anspielung?) an’s Herz legen 😉 Abseits von eben erwähntem Schmafu muss man prinzipiell aber sagen, gäbe es hierzulande keinen Grund auszuwandern oder nicht mehr „da sein zu wollen“ …

Ich will hier nicht mehr sein!

Kommen wir zurück zum Thema, dem Anlass des Artikels. Wie wir euch letzte Woche ja verraten haben, werden RISE AGAINST (die Band, die es schafft, auch anno 2014 die Kids für Politics zu interessieren) ihr siebtes Studioalbum „The Black Market“ am 15. Juli diesen Jahres veröffentlichen – also ein bisschen mehr als ein Monat noch ausharren. Um die Wartezeit zu erleichtern, gibt es ab heute die erste Singleauskopplung in Form von „I Don’t Want To Be Here Anymore“ zu vernehmen. Von offizieller Seite heißt es, dass der Song im Laufe des 10. Juni auf die Hörerschaft losgelassen wird. Nachdem es zum derzeitigen Punkt in den Staaten aber noch 3.30 Uhr in der Nacht ist, wird das Lied schätzomativ um 18.00 Uhr (spätestens 20.00 Uhr) unserer Zeit auf der offiziellen Bandpage sowie Facebook online gehen. Uns stört das aber wenig, denn die Single rotiert bereits in unseren Gehörgängen und hat sich dort mittlerweile auch schon so manifestiert, als wäre sie schon immer dort gewesen. Und das hat einen Grund:

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RISE AGAINST Fans wissen um die musikalische Bandbreite der Band. Angefangen bei richtigen Hardcore-Knüpplern („The Unraveling“, „Revolutions Per Minute“) und dem Publikumsliebling „Siren Song of the Counter Culture“ haben die Jungs seit „The Sufferer And The Witness“ bis zum aktuellen Output „Endgame“ eine richtig softe Wende hingelegt. Das sind nicht nur meine Worte als Die-Hard-Fanboy, sondern das sagen viele – und einige davon meinen das richtig böse. Okay, dann ist letzteres Werk eben ein bisschen weicher, aber an der enormen Monstrosität, Eingängigkeit und lyrischen Sicherheit kann niemand rütteln. Im Gegenteil: „Endgame“ ist der letzte verbliebene Held des medialen Zeitalters, der nach wie vor an den Fronten steht und nicht aufgibt dafür zu kämpfen und lautstark zu demonstrieren wofür er einsteht. RISE AGAINST bürgen für die Taten anderer und schaffen es in Zeiten der Ausweglosigkeit Hoffnung und Trost zu spenden. – Zitat Wikipedia, Ende (übrigens von mir).

So klingt der neue Song

„I Don’t Want To Be Here Anymore“ führt dieses Erbe fort. Wirklich. Würde man das Lied an die Tracklist des 2011 erschienenen Letztwerkes anhängen, täte es sich perfekt eingliedern. Oder man nehme „Help Is On The Way“, ersetzt selbiges (und stellt sich stellenweise den Spirit von „Alive And Well“ vor). Gut, die Thematik rund um Deepwater Horizon (die BP Ölkrise im Golf von Mexiko), Hurricane Katrina und die Verwüstungen von New Orleans war damals eine wichtige und wurde auf enorme Weise von der Band aufgefangen und, mit diesem Hintergrundwissen bewusst, nochmal um ein Vielfaches verstärkt.

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Der neue Vierminüter hat mehr oder weniger selbige Struktur, denselben Aufbau: ein prägnantes Intro (gut zu hören im Teaservideo zu „The Black Market“), die ruhigen Passagen, die stimmigen Gitarrenparts, ein instrumentales Interlude und nicht zuletzt eine enorm kräftige Chorusline, die getragen ist von Frontman Tim McIlraths unverwechselbarer Stimme. Wie für RISE AGAINST üblich, wird zur Revolution gerufen – ihr unverkennbare Stempel lässt sich zu 100% auf diese Nummer drücken. Es ist nicht so, dass die Burschen einen weiteren „Protestsong“ aufgenommen haben und sich seit nunmehr 15 Jahren immer wieder im Kreis drehen, nein, sie meinen es nach wie vor ehrlich und das spürt man. Auch wenn Langzeitfans den „Hardcore-Stilbruch“ ungern akzeptieren, im Herzen darf sich jeder angesprochen fühlen – ob alter Hase, oder neuer Rekrut für die RISE AGAINST-Army!

Lasst es mich so ausdrücken: RISE AGAINST sind wie dein bester punkiger Freund, der sich alle paar Jahre berufsbedingt abschotet und bei seinem Comeback immer noch dieselben moralischen Ansichten hat, sie aber – mit aktuellem Wissen gefüttert–, neu argumentieren kann und dich gut und gerne wieder für Monate in Gespräche verwickelt, bei denen dir das Ausmaß der gesellschaftlichen und politischen Fehlhandlungen bewusst wird.

 

 

Der große Aha!-Effekt bleibt zugegeben aus. Bis auf die neuen Texte gleicht der Song – meines Erachtens nach – wie gesagt der Leadsingle von „Endgame“. Was ja noch lange nichts heißt! Man bedenke nur den Effekt von „Satellite“ oder der radikalen Abrechnung mit Homophobie auf „Make It Stop“. Auf Grund eines neuen Tracks kann man bei dieser Kapelle eigentlich keine Prognose für den kommenden Longplayer stellen. Überraschen sie mit etwas ganz Neuem, kommt der Break zurück zu den Wurzeln und vielleicht doch wieder ein paar härtere Nummern, oder geht RISE AGAINST weiterhin den Weg der stillen leisen Band, die dennoch zu überzeugen weiß? Letzteres garantiere ich euch, denn etwas anderes sind wir ja nicht gewohnt 😉

Übrigens, noch ein kleiner Fakt am Rande: Der Teufel liegt im Detail. Wer sich das Single-Cover genauer ansieht, endtdeckt das Bandlogo im linken Auge der Dame im Artwork. Überzeug dich selbst! Scroll nochmal rauf und klick auf das Cover für eine Großansicht!

Sobald der Song offiziell auch für euch zur Verfügung steht, ergänzen wir den entsprechenden Link selbstverständlich. Momentan sind alle YouTube-Leaks gesperrt und diverse Downloadlinks werden wir bei so einer grandiosen Band unter keinen Umständen angeben!

Update (20.20 Uhr): Sodale, da ist er nun, der gute Song. Bitte und viel Spaß!

 



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