Versprechen gehalten: RISE AGAINST machen auf „The Black Market“ alle Fans glücklich!

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Versprechen gehalten: RISE AGAINST machen auf „The Black Market“ alle Fans glücklich!

Ja, das hätte man sich als Hardcore-Fan wohl nicht mehr gedacht: RISE AGAINST hauen ihr neues Album auf den (Schwarz-)Markt und machen damit echt alle happy. Soll heißen, auch die Leute, die sich die schroffen Tracks von vor elf Jahren so sehnlichst zurückgewünscht haben. Wir durften das neue Full-Lenght vorab genießen und verraten euch, wie sich die Jungs anno 2014 anhören!

Normalerweise tobe ich mich in großen Reviews entsprechend aus, bei einzelnen Songs schaffe ich es, meinem Enthusiasmus gewisse Grenzen einzuräumen. Anders war das, als meine Lieblingsband RISE AGAINST vor einem Monat die Debut-Single „I Don’t Want To Be Here Anymore“ aus ihrem neuen Album vorgestellt hat. Das Ergebnis war wieder ein verhältnismäßig langer Wälzer. Aber lest HIER selbst …

Rise Against - The Black Market

Release: 11. Juli 2014
Label: Interscope Records / Universal Music

Tracklist:
01. The Great Die-Off (3:39)
02. I Don’t Want To Be Here Anymore (3:59)
03. Tragedy + Time (4:17)
04. The Black Market (4:15)
05. The Eco-Terrorist In Me (2:45)
06. Sudden Life (4:08)
07. A Beautiful Indifference (3:24)
08. Methadone (3:48)
09. Zero Visibility (4:38)
10. Awake Too Long (3:11)
11. People Live Here (4:08)
12. Bridges (4:06)
13. Escape Artists (Japan Bonustrack) (4:04)

Heilmittel gefunden

Am 11. Juli ist es soweit, dann kommt das nunmehr siebte Album „The Black Market“ endlich in die Läden. 12 Songs – 13 mit dem Japano-Bonustrack „Escape Artists“ – wollen gut 50 Minuten in euren Plattenspielern rotieren und das werden sie wohl oder übel für ziemlich lange Zeit, immer und immer wieder machen, ohne dabei langweilig zu werden. Warum ist das so?

Frontman Tim McIlrath hat nicht nur seine lyrische Pulsader aufgeschnitten und ertränkt uns nahezu mit Texten zum Niederknien, auch musikalisch feuern seine Bandkollegen an den Instrumenten ein wahnsinnig stimmiges Hitfeuerwerk ab. Ich erinnere mich kurz an „Appeal To Reason“ zurück. Erstes Mal hören: Ja, ganz okay. Es hat damals schon seine Anläufe gebraucht, bis ich mich in die neue CD reingehört hatte und auch tatsächlich jeden einzelnen Track lieben gelernt habe. Bei „Endgame“ ging’s ein bisschen schneller – und bei „The Black Market“ hat es lediglich die ersten paar Sekunden der jeweiligen Nummer gebraucht.

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Über ungeschönte Texte, zu ungeschliffenen instrumentalen Darbietungen und der Roheit von Tims Stimme, bietet das neue Werk so gut wie alles, das sich Rise Against-Fans nur wünschen können. Du vermisst die Zeiten von „The Unraveling“ und verstehst nicht, wie sich die Band seit „Siren Song Of The Counter Culture“ zu dem entwickeln konnte, was sie heute ist? Nun ja, Zeiten ändern sich und auch Musiker müssen mit dem Trend der Zeit gehen. Meines Erachtens nach bestes Beispiel ist hier wohl auch IN FLAMES, die auf ihrem neuen Album aber ebenfalls wieder den kleinen Schritt zurück zu den Wurzeln wagen. So auch die fünfköpfige Combo aus Chicago!

„The Great Die-Off“ bietet den typischen Einstieg in die neue Welt von RISE AGAINST und umfasst dabei alles, für das die Kapelle steht: Flottes Riffing, eingängige Melodie, eine gediegene Stelle und ein Chorus, den man schon beim ersten Mal mitträllern kann. „I Don’t Want To Be Here Anymore“ macht sowieso einfach alles richtig und fungiert meines Erachens nach als perfekte erste Singleauskoplung – ähnlich wie „Help Is On The Way“ vor drei Jahren. (Auch den Refrain kann man 1:1 in diesen Track einsetzen, es funktioniert, glaubt mir!)

In „The Eco-Terrorist In Me“ kotzt sich der Sänger die Stimme aus der Kehle wie in den besten Zeiten. WOW! Ich hätte mir nicht gedacht, dass der Tim das noch kann. Textlich in derselben Liga hätten wir dann „Zero Visibility“. Für Überraschung sorgen Tracks der Marke „Tragedy + Time“ (mit einem kleinen Sidekick auf „Ready To Fall“ – „Above the crowd, feet dangling from a rooftop, she waits from ledges for a voice to talk her down…“) und „Methadone“ (meine neue Lieblingsnummer!!), die schon wieder fast als Blink-182-poppy-punky durchgehen. „People Live Here“ ist sowas, wie das neue „Swing Life Away“ gepaart mit der politischen Message von „Hero Of War“. („My gun is bigger than yours…“) und wer auf nette Breakdowns und völlig unvorhersehbare Tempiwechsel steht, dürfte beim Titeltrack „The Black Market“ („I’ve been searching for a remedy, all along it’s been in front of me…“) und nicht zuletzt auf „Bridges“ beglückt werden.

Grundsätzlich sind die Nummern im, für die Band typischen, Mid-2-Up-Tempo-Bereich angesiedelt, getragen von tighten Drumgewittern (Brandon Barnes) und eingängigen Lead-Gitarren-Interludes (Zach Blair) während Tim sich wegkeift. Aber auch Basser Joe Principe kam schon lange nicht mehr so zur Geltung, wie auf dieser CD – fast schon im Stil von ANTI-FLAG penetriert er seinen Viersaiter! Die Mischung macht’s und bohrt sich auf Anhieb in die Hörgänge.

Conclusion

Ein Track-by-Track überlasse ich den Jungs beim kommenden Interview gegen Ende des Jahres. Meine Arbeit ist hiermit getan, ich muss mir das Teil jetzt einfach gleich nochmal reinziehen! Während etliche Genrevertreter für mich einfach seit jahren gestorben sind, bleiben sich RISE AGAINST selbst treu und überzeugen mit ihrer stets aufrichtigen Punk-Attitüde. Eine sichere Bank, politisches „Sich-aber-sowas-von-gar-nichts-scheißen“ steht an der Tagesordnung und das wird dem Hörer auch schmackhaft vermittelt, ohne dabei je den Eindruck zu haben, dass diese Rollen nur gespielt sind.

„The Black Market“ ist das wahre Best-Of Album von RISE AGAINST und ordnet sich perfekt in die Diskografie ein! Ob Fan der ersten Stunde oder erst seit kurzem Teil der Family, für jeden ist hier etwas dabei. Ob Back-to-the-Roots-Tracks oder catchy Punk-Nummern. In diesem Sinne: Sometimes you have to go back, to know just where you’ve been. But you’re old enough to know, that what has been will be again and again … Versprechen gehalten: Diese Scheibe dürfte eigentlich alle zufrieden stellen!

Ich wüsste nicht was man auf dieser CD vermissen würde. Und wenn man mich fragt, was nun der offizielle Nachfolger zu „Savior“ und „Satellite“ ist: „A Beautiful Indifference“ 😉 Das einzige, was mir bei dem Teil nicht ganz einleuchten will, ist, was sie sich bei dem Cover-Artwork gedacht haben :/

 



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