Mit BLOODBORNE geht das große Sterben von vorne los!

Review


Mit BLOODBORNE geht das große Sterben von vorne los!

Kann sich noch jemand an diese fies-gemeinen Spiele namens Dark Souls und Dark Souls 2 erinnern? Mit Bloodborne ist die auf einen Datenträger gepresste Reinkarnation der Wutausbrüche zurück – diesmal exklusiv auf der PlayStation 4.

Gleich vorweg, Bloodborne ist durch und durch Dark Souls – mit einigen Neuerungen versteht sich, aber Souls-Spieler werden sich hier sofort heimisch fühlen. Eine Frage sollte man sich aber schon stellen, wenn man diese Art von Game zockt: Warum zum Geier ist die ganze Welt so versessen darauf, hunderte und aberhunderte virtuelle Tode zu sterben, mit einer hakeligen, nahezu diabolischen Kamera zu spielen, und das Ganze ohne eine Spieleinführung oder gar einer Handlung mit rotem Faden? Nun gut eine Story ist schon irgendwie vorhanden, so ist es also nicht, aber der Plot von Bloodborne ist ebenso wie der in den Souls-Teilen nicht wirklich wichtig.

Worauf man beim aktuellsten Wurf von Hidetaka Miyazaki allerdings ein Auge haben sollte, ist das neue Setting. Der neue Schauplatz ist nicht mehr in einer mittelalterlichen Fantasywelt angesiedelt, sondern in einem viktorianischen London. Während die Spielfigur in Dark Souls noch mit dicker Rüstung durch die Welt stapfte, haben wir in Bloodborne eine Überzahl von Ledermänteln, Zylindern und Monokeln.

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Frei nach dem Motto: Weniger ist mehr

Zum Plot: Die Spielfigur, die lediglich als „Hunter“ (Jäger) bezeichnet wird, leidet an einer mysteriösen Krankheit und erhofft sich, in der Großstadt Yharnam ein Heilmittel zu finden. Dort angekommen muss der Charakter feststellen, dass die gesamte Stadtbevölkerung ebenfalls bereits von diesem Virus dahingerafft wurde. Wir selbst erwachen in einer alten Apotheke, an einem Operationstisch festgebunden und den perfiden Experimenten des Pharmazeuten ausgeliefert. Nach einem kurzen Intro, in welchem wir Aussehen und Klasse unserer Spielfigur bestimmen dürfen, werden wir völlig unbewaffnet in die Welt geschickt.

Im ersten Raum nach dem Behandlungssaal erwartet uns sogleich ein Werwolf, der uns mit Freude das Licht ausknippst. Sweet, herzlich Willkommen in Bloodborne! Wer es an dieser Stelle geschafft hat, bereits länger als zwei Minuten zu überleben, und den Controller nicht frustgebeutelt in die Ecke geworfen hat, muss sich ausnahmsweise nicht schlecht fühlen, denn das Ableben der Spielfigur war hier unausweichlich: Wir erwachen nämlich im sogenannten Traum, welcher unserem Jäger von nun an als Rückzugsort, Beutelager und Werkstatt dient. Vorerst war es das mit der Geschichte. Im weiteren Verlauf treffen wir außerdem auf einen alten Rollstuhlfahrer, der uns den Ratschlag erteilt, mehr Monster zu plätten. Also frisch ans Werk, immerhin sind wir ein Jäger!

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Das Grauen in der Stadt

Von nun an bleibt der weitere Verlauf, wie wir das Game angehen und die kryptische Geschichte entschlüsseln wollen, uns überlassen. Wir können penibelst auf alle Feinheiten der Umgebung achten, gefundene Gegenstände ganz genau nach ihrer Herkunft untersuchen oder uns einfach darauf konzentrieren, das nächste riesige Biest platt zu machen – in Yharnam treiben sich ja nicht gerade wenige verstorbenen Bewohner fortan als Unwesen herum.

Um diese Erkenntnis reicher, vermutet der Hunter selbiges Schicksal: Mutiert auch er nach und nach zum Monster? Oder sind wir gar in einer von Bestien geschaffenen Gesellschaft selbst das allergrößte Monster, das willenlos die Bewohner einer Großstadt abschlachtet? Immer wieder werden wir von den Bewohnern nämlich als „Monster“ bezeichnet, oder als „die Wurzel allen Übels“. Raum für Spekulationen bleibt also genug, aber das ist auch genau das, was Fans an Dark Souls immer so sehr geliebt haben.

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Einhand oder Zweihand? Schilde gibt es keine!

Eine der grundlegendsten neuen Spielmechaniken ist es, unsere Waffe per Knopfdruck zu transformieren. So lässt sich das schnelle einhändige Schwert per Tastendruck zu einem riesigen langsamen zweihändigen Hammer verwandeln. Diese Entscheidung sollte aber nie leichtfertig gefällt werden, denn nur im einhändigen Modus ist es uns möglich, eine Schusswaffe zu nutzen. Die Schießprügel können dazu verwendet werden, um Angriffe von Gegnern zu kontern und diese mit nur einem Hieb zu erledigen.

An diesem Punkt kommen auch die neuen Stats zu tragen – das Fertigkeiten-Menü wurde sichtlich geschmälert. Ausdauer und Vitalität erklärt sich von selbst: Jeder Angriff, jedes Ausweihmanöver und jede Aktion kostet dem Helden „Energie“, also behaltet die Ausdauer im Blickfeld um nicht in einem entscheidenden Moment von den Gegnern niedergemäht zu werden. Alle weiteren Werte sind abhängig davon welche Waffe man trägt. Nutzt man den bereits erwähnten Kriegshammer wird Stärke benötigt. Für schnelle Messer verlangt es an Geschick und für eine Steigerung der Knarren die sogenannte Blutfärbung.

Die Steuerung im Kampf geht übrigens ziemlich simpel und vertraut von der Hand. Mit L1 wechseln wir den Angriffsmodus, mit L2 lässt sich die Schusswaffe abfeuern und die R-Tasten sind nach wie vor für normale und starke Angriffe zuständig. Die aus Dark Souls bekannten dicken Kettenrüstungen gibt es in Bloodborne nicht, ebenso müssen Spieler auf Schilde verzichten. Somit bleibt nur eine Möglichkeit um Schaden zu vermeiden: Ausweichen was das Zeug hält!

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Ladezeiten aus der Hölle!

Schafft man es einmal nicht rechtzeitig auszuweichen und segnet das Zeitliche, wird man von einem wunderschönen Ladescreen begrüßt – der euch auf lange Sicht noch zur Weißglut treiben wird. Satte 40 Sekunden dauert es, bis wir uns wieder zur Hatz aufmachen können! Dann gilt es erstmal, unsere verlorenen Blutechos (Erfahrungspunkte) wieder einzusammeln. Wie in den Souls-Ablegern verlieren wir unsere gesammelte EP, sollten wir einmal verrecken, was ja nicht gerade selten der Fall ist.

Neu ist allerdings, dass die Punkte nicht immer an Ort und Stelle des Ablebens liegen bleiben! So kommt es schon mal vor, dass ein Monster die rumliegenden Echos aufsammelt und wir dieses es erst um die Ecke bringen müssen ehe wir unser Eigentum zurückbekommen.

Hinweis: Mittlerweile gibt es jedoch einen Patch, der die Ladezeiten etwas verkürzt und somit den Spielspaß etwas weniger ausbremst!

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Conclusion

Die ganzen Neuerungen, von Spielmechanik über Gameplay und Setting, sollen frischen Wind in das etwas angestaubte Genre bringen. Dabei gelingt es From Software erneut, auf dem schmalen Grat zwischen Frustration und Motivation zu wandeln. Casual-Gamer und Otto-Normal-Zocker sollten gewarnt sein: Das ist kein Game das in einer Wochenend-Session bewältigt ist!

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Grafisch holt das Spiel einiges aus der Konsole raus. Wenngleich die Umgebung zum Großteil dunkel und triest erscheint sind zumindest die Monster vielseitig designt und warten mit allerlei grauslichen Details auf. Allem voran die Bosskämpfe sind nicht nur fett inszeniert, sondern immer fordernd und verlangen auch eine taktische Vorgehensweise! Zuletzt sei gesagt, dass man nicht zwingend ein Fan von Dark Souls sein muss, um das Gameplay zu kapieren oder gar eine Vorgeschichte zu erfahren – Bloodborne versteht sich als unabhängiger Titel!

Für jeden Besitzer einer PlayStation 4 mit starkem Geduldsfaden ist Bloodborne ein Pflichtkauf, wenn nicht sogar der bissigste Titel der bisherigen Next-Generation!

Freigegeben ist das blutige Gemetzel übrigens ab 16 Jahren: Auch wenn das Blut nur so spritzt ist die Gewaltdarstellung bei Weitem nicht so radikal wie beispielsweise aktuell in einem Mortal Kombat X.



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