Detroit: Become Human

Viele Spiele gleichen heutzutage immer mehr Big Budget Hollywood Blockbuster. Und gilt nicht nur bei der Inszenierung, Grafik, Musik und deren Budgets, sondern immer öfters auch bei der Story. Klar, ein The Legend of Zelda wird so schnell keinen Oscar für das beste Script bekommen aber die Storylines in AAA Spielen, werden immer komplexer und erwachsener.

Besonders ein Studio, hat es sich zur Mission gemacht, Spiele zu entwickeln die sich mehr wie Filme als Spiel anfühlen: Quantic Dream. Jenes Studio, dass mit Fahrenheit, Heavy Rain, Beyond Two Souls bereits die Zocker-Gemeinschaft gespalten haben, bringen jetzt mit Detroit: Become Human, ihr ambitioniertestes Projekt auf den Markt.

Und eines Vorweg, ich bin im: “Ich mag das Spiel”Lager. Und ich sage euch, nun auch warum.

In diesem Post, werde ich nicht auf die Story eingehen. Ich sage nur soviel, dass es man abwechselnd in einen von drei Androiden schlüpft, wovon einer von Jesse Williams (der Typ aus Grey’s Anatomie) ist und herauszufinden, wann man ein Mensch. Kann ein Androide echte Gefühle entwickeln? Und wenn ja, ist er dann mehr als eine Maschine? Fragen über Fragen, die das Spiel aufrollt und zum Nachdenken anstößt.

David Cage und seine Truppe bei Quantic Dreams habe sich bei dem Spiel wirklich übertroffen. Die Inszenierung ist der Hammer. Die Musik, das Sounddesign, die Kameraführung, Schnitte und die Grafik im Ganzen, sind wirklich… wirklich fantastisch.
Besonders, die Charaktere sind unglaublich detailliert modelliert.

Eigentlich keine Singleplayer Spiel

Ich habe meine PlayStation mit in den Urlaub genommen, um meinem besten Homie in Tekken, auf internationalen Boden aufs Maul zu hauen.

An einem regnerischen Abend, habe sich spontan Detroit: Become Human gestartet, um nur ein paar Minuten weiter zu spielen. Und bin (so asozial wie ich bin) gleich auf das Spiel hängen geblieben. Als die restliche Gruppe, den Raum wieder betraten, wurde ich gleich ausgefragt, was für ein Film ich mir da ansehen würde.
“Hey, ist das nicht der eine von Greys Anatomy?”, rief eine Freundin aus den billigen hinteren reihen.

Als dann klar war, dass ich ein Spiel zocken würde, wurde ich gleich gedisst weil ich a.) die PlayStation eingeschalten habe und b.) dass ich ein Singleplayer Spiel spielen würde.

Dann kam es zur ersten Entscheidung im Spiel. Das dissen wurde leiser und es brach eine regelrechte Diskussion aus, was sich wählen sollte. Schießen oder verhandeln? Einen auf Rambo machen oder mit Köpfchen vorgehen. Die Tatsache, dass jede Entscheidung die Handlung verändern würde, hat es uns natürlich nicht einfacher gemacht.

Und so ging, das die ganze Nacht! Jup, Nacht. Wie damals zu Schulzeiten, haben wir die Nacht durchgezockt, unseren Biervorrat gekillt bis wir beim Morgengrauen eingesehen haben, dass der nächste Tag nicht sonderlich produktiv werden würde und wir das Spiel im Urlaub fertig zocken würden.

Aber wie schon bei Until Dawn, entpuppte sich das Spiel als verkapptes Multiplayer Spiel. Ich bin eigentlich eine Person, die während des zockens mucksmäuschenstill ist. Hier bin ich aus dem labern aber nicht herausgekommen. Sämtliche Entscheidungen wurden ausdiskutiert, was nicht nur die Spielzeit etwas in die länge gezogen hat, sondern mich viel mehr über meine Freunde gelehrt hat. Mir war nicht bewusst, wie viele Soziopathen ich im Freundeskreis habe, aber das ist eine andere Geschichte.

Sci-Fi Thriller zum zocken

Detroit: Become Human ist ein interessantes “Spiel”. Ich habe immer das Gefühl, dass die Entwickler, den Missing Link zwischen Filme und Videospiele produzieren wollten. Dies haben sie mal besser, mal schlechter geschafft.

Wenn um den Videospiel-Part geht, dann zieht sich das Spiel manchmal. Abgesehen davon, dass das Spiel in Quick Time Event-Festival ist, was mich bei solchen Interaktiven Adventures nicht stört, ist die restliche Steuerung oft sehr mühsam und träge.

Wenn es um den Film-Part geht, dann brilliert das Spiel, großteils mit den Animationen und der Detailverliebtheit in den Charakteren Modellen. Selten bis gar nicht, habe ich ein Spiel mitbekommen wo die Darsteller so lifelike waren.

Wem würde ich aber nun das Spiel empfehlen? Hardcore-Gamer, denen DOOM in 60fps noch zu langsam ist. Nein, nicht wirklich. Ich sehe Detroit: Become Human viel mehr bei Personen, die wenig zum zocken kommen. Personen, die Adventures und Story in Spielen sehr wichtig ist und die gerne auch bei Spielen entschleunigen möchten.