God of War (2018) – Eine wahre Vater-Sohn Story

Was soll über God of War (2018) sagen, was noch nicht gesagt wurde? Grafisch ist es eine Granate, das Gameplay ist ähnlich aber dennoch anders als jene seiner Vorgänger. Man kann das Spiel entweder in ca. 20 Stunden durchrushen oder sich an den unzähligen Sidequests die Daumen wund spielen. Kurzum: God of War ist eines der besten PlayStation 4 Games, die es momentan gibt.

Aber es geht mir gar nicht um darum. Was mich an God of War am meisten Fasziniert hat, war wie Santa Monica Studios die Geschichte von Kratos und seinen Sohn Atreus auf eine Weise erzählt hat, die ich persönlich noch nie in einem Spiel erlebt habe.

Ich brauche kein God of War Film, ich zock einfach.

God of War ist grafisch eine Granate. Es ist unpackbar, was die Jungs und Mädls bei Sony Santa Monica Studio, aus der mittlerweile bald fünf Jahre alten PlayStation 4 Hardware rausgeholt haben. Aber das ist nur ein Part vom Spiel.

Das Spiel beginnt, verdächtig langsam. Sehr langsam. Ich bin eigentlich von God of War gewohnt, mich gleich in einer Schlacht wiederzufinden, die Michael Bay vor Neid erblassen lassen würde. Aber nicht hier. Das Spiel beginnt und dreht sich im ersten Augenschein nach um Atreus Mutter und Kratos kürzlich verstorbener Frau Faye.
In Wahrheit geht es bei dem in dem Spiel, um die Beziehung zwischen Kratos und Atreus, Vater und Sohn. Halbgott und Halbgott, der es nicht weiß.

Und hier ist mir etwas aufgefallen. Bisher gab es keinen einzigen Kameraschnitt. Und dies zieht sich durch das ganz Spiele. Ich wiederhole mich: DAS SPIEL HAT KEINEN EINZIGEN KAMERASCHNITT. Anders als z. B. Half-Life, wo man alles aus der sicht des Hauptcharakters Gorden Freeman spielt, begleitet man in God of War die zwei Hauptprotagonisten auf ihrer Reise.
Und auf interessanter Art und Weise, hat mich das Spiel so viel mehr in seinen Bann gezogen.
Gepaart mit dem genialen Sounddesign und Synkro, kommt God of War, meiner Meinung nach näher an der Vision eines interaktiven Film nahekommt, als Heavy Rain, Beyond to Souls und das bald auch bald erscheinende Detroit: Become Human.

god of war

Ich traue ich sogar zu behaupten, dieses Spiel mit einigen Änderungen als Erwachsener-CGI Film modifiziert werden kann und als Stream oder Blu-Ray verkaufter werden könnte. Wenn das Sega vor 15 Jahren mit Shenmue machten konnte, wieso nicht Sony?

Anger-Management Sitzungen haben sich ausgezahlt

Ein Punkt der auch komplett anders, als alle anderen God of Wars ist, ist Kratos an sich. Er ist nicht nur gealtert und rockt jetzt einen fetten Bart, scheinbar hat er an einigen Anger-Management-Seminaren teilgenommen. Vorbei sind die Zeiten, eines Dauer-angefressenen Kratos. Er erinnert mich in diesem Teil mehr an Liam Nelson in Taken. Kühl, kontrolliert und entschlossen. Anders sieht die Sache mit seinen Sprössling, Atreus aus. Naiv, neugierig, tollkühn aber auch entschlossen, seinem Vater zu imponieren.


Größtenteils ist Atreus, ein ziemlich angenehmer Zeitgenosse, der Gott sei Dank primär vom Computer gesteuert wird. Aber hier und da, hat der kleine Scheißer auch geschafft, dass ich gerne durch den Bildschirm gesprungen wäre, um ihm eine schön klatschende Ohrfeige zu verpassen.

Vater-Sohn Qualitytime

Wie schon erwähnt, ist God of War (2018) eine Vater-Sohn Geschichte. Eine Geschichte wie Atreus um Anerkennung seines Vaters lechst. Eine Geschichte wie ein Vater seinen Sohn sichtlich liebt, aber dieses nicht Zeigen kann oder möchte. Eine Geschichte wie Vater und Sohn näher zueinander finden und sich sowohl emotional als Kampftechnisch weiterentwickeln.
Dies schafft, das Spiel innerhalb der ersten 10 Minuten zu transportieren. Das schaffen nicht einmal viele Hollywood-Streifen.

Was ich auch noch so faszinierend finde, ist wie sich diese Aspekte im Gameplay widerspiegeln.

Im Laufe des Spiels, erlernt Kratos und Atreus neue Fähigkeiten und Moves, die Anfangs sehr isoliert wirken, aber sich im laufe der Zeit immer mehr zu spielen.
So ist es möglich, dass Atreus einen Gegner mit Pfeilen auf sich zieht, Kratos den Gegner unbemerkt attackiert und Atreus mit weiteren Attacken in der Luft oder am Boden kurzzeitig Angriffsunfähig macht. Diese Tag-Team Kombos sehen nicht fett aus, sondern werden im späteren Verlauf des Spiels notwendig um spätere Gegner besiegen zu können.

Und das beste an der Sache ist, Atreus kann auf sich selbst aufpassen. Das Spiel ist keine 20-25h Escort-Mission. Vielmehr erteilt man Atreus im Kampf einige Befehle und das wars.

Thor wäre neidisch.

Mein Absolutes Highlight ist aber Kratos, “neue” Waffe. Seine Axt <…>. Selten, habe ich bei einem Spiel, die Kraft und einer Waffe so gefühlt, wie bei God of War.
Dies war aber nicht immer so. Anfangs, war kein großer Fan von der neuen Waffe. In Kombination mit der neuen, Over-The-Shoulder Kameraperspektive der offenen Welt, hatte ich das Gefühl, dass das Spiel viel langsamer als seine Vorgänger war. Was es auch ist.

Als ich das erste Mal, einen Gegner mit meiner Axt an die Wand gepinnt habe und diese dann quer durch das Areal wieder zurückgerufen hatte, wurde ich vom Skeptiker zum Fanboy. Dieser Sound, dieser whumps, der die Axt macht,… priceless.

Was soll ich mehr zu God of War sagen? Es sieht Hammermäßig aus. Es spielt sich traumhaft. Die Story ist fabelhaft. Es ist… ob boy: GÖTTLICH. Ein Pflichtkauf, für den PlayStation 4 Zocker!