Now Reading:

FaceApp – Wie es funktioniert und weshalb du aufpassen solltest.

Jeder der die letzten Tage auf Facebook, Instagram oder Snapchat unterwegs war, kennt den aktuellen Hype. Lauter Bilder von alten Menschen, die wie die eigenen Homeboys und Girls aussehen. Faceapp ist wieder da und extrem stark verbessert worden. So stark verbessert, dass ich wirklich erschrocken war, wie genau die App mich altern ließ.

Ich habe ein Bild von mir, wo ich mich besonders fresh gefühlt habe hochgeladen und ein Foto von meinem Vater in meinen freshen Klamotten zurückbekommen.

Wie funktioniert dieses digitale Juju

Bevor ich jetzt irgend ein Tech-Mambo-Jamo von mir lasse. Empfehle ich euch, dass nachfolgende Video von VOX anzusehen. Dort wird erklärt, wie Snapchat bzw. Instagram Filter funktionieren und erklärt, wie Computer Gesichter erkennen können.

Was aber zu dieser App hinzukommt, ist die KI, die im Hintergrund bzw. auf den Server von FaceApp Inc läuft.

Damit die KI dich alt, jung oder ins andere Geschlecht verwandeln kann braucht viele, Tausend, Millionen, wenn nicht Milliarden Bilder von anderen Gesichtern.

Eine Software, ein künstliches neuronales Netz, wird in diesem Fall, mit Bildern von diversen Gesichtern gefüttert. Gemeinsam mit menschlicher Hilfe, die die Referenzbeispiele für das Netzwerk liefern, findet und versteht die Software nach und nach Muster und kann eben dadurch Bereiche oder Objekte in Bilder identifizieren.

Nachhilfeunterricht für Computer

Aber welcher Mensch, würde sich diese Arbeit machen und random Objekte identifizieren, kategorisieren und benennen? Die Antwort ist: WIR ALLE!

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und jeder hat sich schon vertippt oder ein falsches Bild angeklickt. Die Rede ist von der berühmt, berüchtigten CAPTCHA Abfrage.

Jedes Mal, wenn du Ampeln, Busse, Schilder oder anderes Zeug auf Straße erkennen und anklicken musst, fütterst du ein künstliches neuronales Netz mit Daten. Und im letzten fall füttern wir damit unseren Lieblings Big Brother, der keinem Vorspielt sein Freund zu sein, Google.

Es ist davon auszugehen, dass Google die Daten für ihre KI nutzt, die autonomes Fahren hoffentlich bald wirklich möglich macht.

With Great Power comes Great Responsibility

Uncle Ben hätte es nicht besser sagen können: „With great power, comes greate responibility.“

Ohne, dass ich jetzt den paranoid, mit einem Alufolien-Hut am Kopf, den Teufel an die Wand malenden Spielverderber spielen möchte.
Jeder von uns muss selber wissen, was, wie viel und bei wem man seine Daten preisgeben möchte.

Gleichzeitig muss man sich aber auch bewusst sein, dass man bestimmte Dienste nicht mehr oder eher eingeschränkt nutzen kann.
Es kann sein, das du eine KI fütterst, die den Straßenverkehr revolutionieren und sicherer machen könnte. Du könntest auch eine KI füttern, die über Gesichtserkennung Menschen kategorisiert, analysiert und was Gott weiß tut.

Wer ist FaceApp Inc? Nobody knows.

Leider ist bei vielen, wenn nicht den meisten Firmen klar, wer alles Zugriff, auf die Daten hat. Bei FaceApp ist überhaupt nicht überhaupt nicht klar! In den AGBs steht zwar drinnen, dass sie Bilder nicht an dritte weitergeben bzw. verkaufen aber innerhalb der Firmengruppe weiterverwenden werden dürfen. Aber wer ist FaceApp Inc?

Die FaceApp Website mit Stockbilder

Laut Wikipedia, ist FaceApp Inc ein Unternehmen von Wireless Lab.
Und wer ist Wireless Lab? Keine Ahnung!

Bis auf, dass die Firma aus St. Petersburg stammt, ihr Firmenchef Yaroslav Goncharov, davor für die russisch-niederländische Suchmaschine, Yandex gearbeitet hat und im Netz nur eine Post- und einer Mail-Adresse von Wirless Lab zu finden ist, weiß man NICHTS über die Firma.

FaceApp auf Platz 1, weltweit in den Apple AppStore und Google PlayStore Charts

Will man einer Firma, wirklich seine Daten überlassen, über die nichts bekannt ist?

Wenn ja, dann kannst du gleich ein Bild in A4 ausdrucken und auf der Rückseite deine letzten besuchten Webseiten (Ja, auch die Schmuddelseiten), deinen aktuellen Standort und dein aktuelles Handy Modell aufschreiben und einer willkürlichen Person zuschieben.

Und wenn du so wirklich auf deine Daten scheißt, kannst du dich auch noch mit FaceBook oder Google einloggen, weils‘ eh schon wurscht ist.

Kein Daten-Bukkake mehr von mir!

Ich finde, in meinem persönlichen Fall, ist es bei Facebook und Google fast schon egal. Ich will gar nicht wissen, wie viele Daten, die zwei Internetgiganten, mit Firmensitz in Trumps-Wir scheißen auf die Netzneutralität-Amerika, von mir haben.

Spätestens jetzt, weis Big-G, dass ich mich interessiert habe wie weit das Google HQ vom Facebook HQ entfernt ist. Es sind btw. 11,11 km oder knapp 30 Minuten mit dem nächsten UBER.

Ich versuche, spätestens seit dem Aufdecken von Cambrige Analytica, meine Daten nicht mehr so willkürlich durch das Netz zu sprühen.

Muss ich mich überall über Facebook oder Google einloggen? Muss ich Google Maps verwenden oder kann ich auf Risiko gehen und Apple Maps oder andere Kartendienste verwenden? Muss ich Amazons Alexa wirklich darum bitten, das Licht einzuschalten, wenn ich am Abend von der Arbeit nach Hause komme?

Ist es angenehm und super praktisch? Ja!
Deshalb, liebe Leute: Gebt acht, wo und wem ihr eure Daten preisgebt. You never know!

Ihr gebt auch keinen wildfremden oder offensichtlich skrupellosen Person eure persönlichen Daten, oder?

Share This Articles

Gib deinen Senf ab…

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Input your search keywords and press Enter.