Jack is back! Wer? Jack the Ripper? Jack who? Raiden!… ah diese Pussy?! Nun ja, spätestens seit Metal Gear Solid 4: Sons of the Patriots ist Raiden, alles andere als eine Pussy. Der (mittlerweile) Cyborg Ninja hat mit seinen abartig coolen Ninja Moves und seinem scheinbar unzerstörbaren Katana Schwert seine Gegner in einer Art und Weise filetiert, die jeden Gordon Ramsay und Jamie Oliver dieser Welt vor Neid erblassen lässt.

Two are better than one: Kojima & Platinum Style

Das der werte Herr Kojima einen leichten Hang zur Übertreibung hat, sollte eigentlich spätestens seit dem ersten Metal Gear Solid bekannt sein. Pro Teil wurde die Handlung komplexer, verzahnter und „absurder“, sodass ich mir oft an den Kopf griff und mich wunderte auf welchem Trip der Kollege beim Niederschreiben der Story war.

In Metal Gear Rising, dreht sich alles um Kindersoldaten, Terrorismus, Gewalt und Wirtschaft. Mehr sag ich nicht; die Story muss man sich einfach selber geben! Dennoch, Kojima hat diese ernsten Themen so passend in die Story verpackt, dass sie manch einen verleiten, mal ersthaft über diese Themen nachzudenken!
Bitte nicht falsch verstehen, er bekommt sicher keinen Preis für die geilste Story in einem Videogame, dennoch ist sie sehr unterhaltsam!

Storytechnisch hatten sie zwar nix zu sagen aber dafür waren sie voll fürs Gameplay verantwortlich: die Rede ist von Platimum Games!
Das dieses Studio eine Ahnung von „Over the Top“ Games hat, haben sie uns mittlerweile mit Titeln wie Bayonetta, Vanquish und Mad World, mehr als bewiesen!

Metal Gear Rising: Revengance - Ein messerschafer Test 1

R für Revengeance

Der Titel spielt sich wie Fruit Ninja auf Speed plus Ninja Gaiden plus Bayonetta mal 1000 „Fuck yeah“ Momente! Egal was man macht, sei es nun wenn man wie ein Ninja mit zuviel Koffein im Blut durch Gänge oder an Wände entlang läuft, Gegner fein mit seinem Katana-Schwet filetiert oder Raketen als Rolltreppe verwendet, man kommt sich immer wie der ultimative Badass vor.

Apropos Raketen als Rolltreppe verwenden, MGR strotz nur so vor Quick Time Sequenzen. Ich persönlich habe nichts gegen QTE (Quick Time Events), sofern der Entwickler es nicht übertreibt und jede fünf Minuten solch ein Gameplay Element einbaut. Die Menge bzw. die Arten der QTE in Raidens Schnetzelabenteuer fügen sich wunderbar in das Spiel ein und taugen manchmal sogar als kurze Verschnaufpause.

Bis auf Bosskämpfe sind QTE meist immer „freiwillig“ und können auf Wunsch getriggert werden. Das bedeutet, wenn man einen Gegner auf eine bestimmte Art und Weise erledigt, löst dies ein QTE aus, welche aber nicht durchgeführt werden muss. Führt man diese doch durch, erledigt das Raiden in einer so fetten Manier, dass man sich als Spieler kurzzeitig für die coolste Sau am Planeten hält.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Das was den Titel aber erst so richtig besonders macht ist der Blademode bzw. Klingelmodus. Hierbei versetzt sich das Spiel in eine Art Bullettime Modus, um ganz in Ruhe den Gegner anvisieren und je nach Belieben zerteilen kann. Hört sich barbarisch an… was es auch ist, aber alles passiert mit so viel Style, dass es es schwer ist dabei nicht abzugehen.

Außerdem ist es in MGR (manchmal) möglich, eine Tür einfach aufzuschneiden. Vorbei sind die Zeiten in denen es hieß  Schlüssel, oder noch schlimmer (*uhhh*) Keycards zu finden. Raider scheißt sich da nix und schlitzt die Türen einfach auf! So banal sich das auch anhört, ich habe mich zwei oder drei mal dabei erwischt, dass ich die Türen bzw. Tore ohne Schlüssel aufmachen konnte und innerlich Halleluja gerufen habe!

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Es wäre kein Metal Gear ohne Scheichelemente. So auch in Metal Gear Rising. Im Laufe des Spiels findet ihr Boxen oder Metalltonnen, in denen ihr euch vor Gegnern verstecken könnt. Dies ist aber nicht notwendig! Der Subtitel des Games sagts eigentlich schon: Was bei Metal Gearl 1-4 noch „Tactical Espionage Action“ war, ist bei Rising: „Lightning Bolt Action“. Also Visier auf, Schwert raus und ab gehts!

Blocken? Pff… das ist nur was für Menschen

Das was mich am meisten irritiert ist die Tatsache, dass man feindliche Angriffe nicht blocken kann! Ja, man kann nicht blocken sondern nur parieren und das braucht Übung und sehr gutes Timing! Der Vorteil daran ist, dass die Kämpfe so sehr schön flüssig und dynamisch ablaufen! Dennoch habe ich mir mehr als einmal einen Blockbutton herbei gesehnt und bei vielen Kämfen, insbesondere bei Bossfights, den Kampf pausiert, mir ein Bier aufgemacht und eine Zigarette angezündet, da ich vor Wut nur so brodelte… fragt mal Christl Clear… sie hat meine Wutausbrüche live miterlebt!

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Butterweich mit „Metall“ Stücke

Grafisch empfinde ich Metal Gear Rising als ein zweischneidiges Schwert (*haha, get it*), die Umgebung könnte hier und da mal ein paar Details mehr verkraften, aber fuck it: Die Charaktere sind schön modelliert; dass fast alle normalen Gegner gleich aussehen fällt jetzt nicht sonderlich ins Gewicht, da diese sowieso binnen Sekunden in schön handliche Stücke zerhackt werden und Kämpfe, insbesondere Bossfights super cineatisch inszeniert sind. Leider hat das Spiel teils mit massiven Kameraproblemen zu kämpfen, die mich nicht nur einmal fast dazugebracht haben das Gamepad quer durch den Raum zu jagen!

Ansonsten läuft das Spiel im eigentlichen Gameplay sehr stabil und sehr flüssig. Die einzigen Stellen bei denen MGR ab und an ins Stocken kommt, sind die durch die Serie bekannten Codec Gespräche, vertuschten Ladezeiten. Gott sei Dank, kann man diese schnell wegdrücken, da sie sich teilweise extrem ziehen und mir ab und an auf die Nerven gingen!

Eines kann ich aber mit Sicherheit sagen, die Musik wird nicht jedem gefallen! Sie ist nicht schlecht, aber auch nicht Grammy, Echo oder Amadeus verdächtig. Viele Tracks untermalen bzw. unterstützen das Geschehen am Bildschirm sehr gut. Bei einigen Tracks habe ich mich sogar dabei erwischt, die Anlange noch lauter zu drehen um meinen Aggrolevel ein bisschen zu fördern. Andere Tracks sind leider eine Beleidigung für das jeweilige Musikgenre (*ich sag nur die Hip Hop Tracks von Sonic’s Adventure 2, würg*) und haben mich schnell dazu gebracht, die Anlage wieder leiser oder auf Mute zu stellen!

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In der Kürze liegt die Würze

Nicht nur das Gameplay sondern das ganze Spiel ist recht schnell… vorbei! Ich war in ca. 7 Stunden, im ersten Run durch! Aber jetzt kommt’s: Metal Gear Rising hat einen Wiederspielswert, den ich bei vielen andern Games sehr stark vermisse!

Dadurch das ihr euer hochgezüchtetes Equipment beim Neustart weiterverwenden könnt und das Spiel viele Collectables bietet, war für mich der zweite und dritte Run eigentlich mehr ein Speedrun… den ich in 3 Stunden absolviert habe. Weiters bietet der Titel auch Metal Gear typisch eine grosse Anzahl an VR Missionen, wo ihr euer Können in „Trainingseinheiten“ auf die Probe stellen könnt! Dennoch hätte ich mir doch noch einige Sidequests gewünscht, die man nicht als DLC zusätzlich kaufen muss!! ( :evil:)

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Blitzschnelles Fazit

Wenn euch Bayonetta, Ninja Gaiden, Vanquish oder Mad World gefallen haben, werdet ihr Metal Gear Rising: Revengance lieben! Bis auf ein paar Stellen lässt euch das Game fast keine Verschnaufpause und treibt einen stetig voran! Selten hatte ich so einen starken Drang ein Game nochmals durchzuzocken, was zugegeben auch an der recht kurzen Spieldauer liegt! Grafik und Sound, sind so lala, aber im Großen und Ganzen recht gut gelungen! Wer auf Ninjas, Cyborgs und blitzschnelle Actiongame steht, kann mit dem Titel wirklich nichts falsch machen!