Wie ihr schon mitbekommen habt, hat ein Terroranschlag Wien erschüttert. Keine Sorge, ich werde hier kein „Kumbaya wir haben uns alle lieb“ oder Pray for Vienna predigen.

Ich bin einer von knapp 1,9 Millionen WienerInnen. Wir sagen nicht „Wir halten zusammen“. Wir sagen:

SCHLEICH DI DU ORSCHLOCH!

And we love it!

Ich bin ehrlich. Ich hatte schon einen angenehmeren Montagabend. Ich bin nervös. Ich bin nicht gewöhnt, solche Bilder nicht vor der eigenen Haustür zu sehen.

Ich bin gewohnt über meine heiß geliebte Waldstadt Wien, spitzbübische Witze zu reißen, dass Wien so klein und ruhig ist, dass hier eigentlich nie etwas los ist. Dass wir nun hochoffiziell eine Weltstadt sind, nachdem ein offizieller Apple Store eröffnet hat und demnächst eine Five Guys Filiale ihre Pforten öffnet.

Dennoch war mir immer bewusst, dass solch ein Ereignis jederzeit und überall passieren kann.

Mich macht es wahnsinnig, dass ich nicht 24/7 bei meiner Mutter, meiner Nichte, meinen Schwestern, meinen Bruder, meinen Schwägern, meine Freunde oder Bekannte, nach dem Rechten sehen kann.

Mich macht es traurig, dass ich einer Freundin, die kurz vor dem zweien Lockdown noch etwas essen war, keinen Trost spenden konnte, nachdem sie sich mehrere Stunden in einem Keller eines Lokales in Sicherheit brachte und sich Ihr Akku langsam dem ende neigte.
Mich brachten all die weitergeleiteten Videos und Bilder der Anschläge, des Polizeieinsatz, Nachrichtenartikel, Tweets und Screenshot an den Rand der Verzweiflung und Hilflosigkeit.

Diese Situation ist nicht normal. Es ist jedoch normal, verunsichert zu sein. Es ist auch normal auf Alarmstufe Rot zu sein.

Es ist aber akutell viel wichtiger ruhig und gelassen zu bleiben.

Und darin, sind wir Wiener bekanntlich Weltmeister!

Das schlimmste – und das meine ich wirklich, was man jetzt tun kann, ist Panik zu schüren, Feindbilder zu suchen, Menschen andere Herkünfte und Religionen unter einen Kamm zu scheren oder einfach nur aus Sensationsgeilheit oder Anerkennung, Bilder und Videos zu verbreiten.

Ich kann auch verstehen, wenn man Inhalte weitergeleitet hat. Ich habe es auch gemacht. Fakt ist, dass genau ein Ziel von Terrorismus ist. Es sind nicht unbedingt die Opferzahlen wichtig, sondern die Message.

Angst, Panik und Unruhe sollen erzeugt werden. Menschen sollen gegeneinander aufgehetzt und auf eine Seite gezogen werden. Das klassische 1 × 1 des Terrorismus.

Scheinbar gelten diese Ziele auch für Boulevardmedien wie die Krone Zeitung oder OE24.at.

Besonders OE24.at hat sich am Tag des Angriffes, selbst übertroffen.

Eines der reichweitenstärksten Medien Österreichs, hat komplett ungefiltert und teils kommentarlos, Bilder Personen, die angeschossen wurden, von Terroristen mit Langwaffen und von Menschen die um Ihr Leben rennen gesendet.

Informationen aus dem Innenministerium wurden im selben Atemzug mit Gerüchten und Halbwahrheiten aus Twitter, WhatsApp und Telegram und auf ihrer Website gestellt oder LIVE im Fernsehen übertragen.

oe24_2_november_wien 1

An einem der dunkelsten Tage der jüngeren österreichischen Geschichten zeigte sich der Charakter einiger Medien im hellen Licht. Unverpixelt wie die bitteren, brutalen Bilder, die sie zeigen.In Ausnahmesituationen ordnen sich die Werte neu. Und der Wert eines Mediums, dass in einer Terrorsituation bloß auf die Quote schielt, ist als überschaubar anzusehen. Am Ende spielt der Fellner-Boulevard, wenn er den Mord an einem Bürger zeigt, den Tätern in die Hände: „Es ist genau das, was ein Terrorist will"

— Kleine Zeitung

Diese zwei Zitate eines Artikels der Kleinen Zeitung bringen es wirklich auf den Punkt.

Nachrichten sollte Menschen informieren und Sicherheit geben. OE24 und die Kronen Zeitung haben genau das Gegenteil getan. Und das nicht zum ersten Mal.

OE24 oder die Kronen Zeitung zu boykottieren und nicht mehr an zu surfen, reicht nicht. Die paar Page Impressions (Seitenaufrufe), sind den Medien ziemlich egal. #BoycottOe24 und #boycottKronenZeitung wird ihnen auch herzlichst powidl sein.

Was ihnen wehtun wird!

Geld regiert die Welt. Kunden bringen Geld. Kunden wie BILLA (REWE Group) oder SPAR bringen massig Kohle. Wenn solche Großkunden nun ihre Werbeplatzierungen einstellen, fehlt es genau jenen Boulevardmedien an massiven Einnahmen!

Eine Platzierung auf der Startseite kann schon Mal mehrere €10.000 kosten. PRO TAG! Für eine Kampagnen-Schaltung für eine Woche, besonders jetzt während der Pandemie, den US-Wahlen oder dem anstehenden Weihnachtsgeschäft, fließen schon mal mehrere 100.000 Euro.

Und genau das ist ihre Achillesferse!

Du und ich sind nicht die wahren Kunden dieser Publikationen. Es sind Werbekunden mit fetten Budgets.

Und genau hier können wir ansetzen! Wir müssen Firmen dazu bringen, keine Platzierungen bei OE24, Krone und heute mehr zu tätigen.

billa_spar_wien_november 2

Was kannst Du tun? Was können wir gemeinsam unternehmen?

  • Fordert alle Firmen, die Kampagnen auf OE24, Krone.at und Heute schalten, dies einzustellen.
  • Fordert Unternehmen auf, Kooperation mit jenen Medien einzustellen. (Zum Beispiel Servus TV, die einen Nachrichten Kooperation mit der Kronen Zeitung hat)
  • Surft und teilt keine Inhalte dieser Medien.
  • Klickt auf keine Videos von jenen Medien auf YouTube (auch durch YouTube fließen Werbeeinnahmen)
  • Entfolgt ihnen auf Facebook, Instagram, Twitter, TikTok und YouTube
  • Ignoriert die kostenlosen Tageszeitungen (Heute und OE24). Nehmt sie auch nicht aus ihrem Zeitungsständer oder von Promotion Mitarbeitern. Jeder Griff zu eines dieser Zeitungen, jedes Exemplar das am Ende des Tages nicht mehr im Spender vorhanden ist, gilt als Leser und fördert somit den Wert der Werbeplätze.

Allein ist man nur ein Tropfen auf einem heißen Stein. Aber gemeinsam sind wir ein Wasserfall, der diesen Gefahrenherd unserer Gesellschaft entschärfen kann.

Und ja, ich habe Gefahrenherd gesagt – OE24, Heute und die Kronen Zeitung, die Bild in Deutschland oder 20min in der Schweiz sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft.